Lutherkirche Wiesbaden

Walcker-Orgel

Die Lutherkirche Wiesbaden besitzt mit ihrer Walcker-Orgel aus dem Jahr 1911 eines der wenigen erhaltenen Großinstrumente der elsässisch-neudeutschen Orgelreform. Diese Bewegung ist eng verbunden mit den Organisten Émile Rupp und Albert Schweitzer sowie dem Haus Walcker.

Das Ziel lautete, von der klangstarken zurück zur klangschönen Orgel zu gelangen, sich also an klassischen Vorbildern (Silbermann wie Aristide Cavaillé-Coll und Eberhard Friedrich Walcker) zu orientieren, und eine Synthese aus französischer, deutscher und auch englischer Orgelkultur der Romantik zu schaffen. Wichtige Forderungen waren die Wiedereinführung wirklicher, d.h. repetierender Mixturen, der Bau verschmelzungsfähiger Zungenstimmen und die Konzeption von klangstarken Schwellwerken mit Mixtur und Zungenregister(n). In die Zukunft gewandt sind die Eingliederung der Septime in großbesetzte gemischte Stimmen und die Einführung ökonomisch konzipierter und übersichtlich angeordneter Spieltische unter Berücksichtigung französischer und deutscher Traditionen und Spielhilfen.
Daher wurde das Instrument von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz als Monument von nationaler Bedeutung klassifiziert und steht unter Denkmalsschutz.

Pünktlich zum hundertjährigen Jubiläum von Kirche und Orgel im Jahr 2011 schloss die Orgelbauwerkstatt Klais aus Bonn die Restaurierung des Spieltisches mit umfangreicher Reparatur und klanglicher Neuintonation ab.

Die Disposition der Walcker-Orgel:

MANUAL C-a3 (58 Tasten)
Bordun 16’
Principal 8’
Viola di Gamba 8’
Flauto major 8’
Gemshorn 8’
Gedeckt 8’
Octav 4’
Rohrflöte 4’
Octav 2’
Mixtur 3fach 2 2/3’
Cornett 3-8fach 8’
Trompete 8’

MANUAL C-a3 (58 Tasten)
Lieblich Gedeckt 16’
Geigenprincipal 8’
Viola 8’
Salicional 8’
Rohrflöte 8’
Fugara 4’
Flauto dolce 4’
Doublette 2’
Harmonia aetheria 3-4f. 2 2/3’
Clarinette 8’

III. MANUAL C-a4 (58 Tasten, 70 Töne)
Quintatön 16’
Principal 8’
Echo Gamba 8’
Flauto dolce 8’
Spitzflöte 8’
Liebl. Gedeckt 8’
Quintatön 8’
Aeoline 8’
Voix celeste 8’
Viola 4’
Traversflöte 4’
Flautino 2’
Mixtur 3-4fach 2’
Basson 16’
Oboe 8’

Trompette harm. 8’
Clairon 4’
– Tremolo –

PEDAL C-f1(30 Tasten)
Principal 16’
Violonbass 16’
Subbass 16’
Gedecktbass 16’
Quinte 10 2/3’
Cello 8’
Flötenbass 8’
Choralbass 4’
Rohrflöte 4’
Posaune 16’
Trompete 8’

Elektro-pneumatische Traktur, Hängebälgchen-, Taschen- und Kegelladen. Pneumatischer Hilfsspieltisch für das I. Manual. Jalousieschweller III Manual, Crescendo mit Anzeiger. Normalkoppeln; Superokavkoppeln III/III (2011), III/I, III/Ped., Ped./Ped.; Suboktavkoppeln III/III (2011), III/I; Äquallage III ab (2011). Zwei freie und drei feste Kombinationen (MF, F, Tutti) mit Auslöser.
Zungen ab, Handregister ab, Crescendo ab. Pianopedal II. & III. Man.
Setzeranlage als Vervielfachung der Handregister (2011).

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