Lutherkirche Wiesbaden

Der Vorraum

„Würdig und stimmungsvoll – von dem Kleinen nach dem Großen – soll der Eintritt in die Kirche vorbereitet werden“. So erläuterte Pützer den Zweck des Vorraums. Man darf sich die hier versammelte Hochzeitsgesellschaft vorstellen, die das Erscheinen des Brautpaars aus dem früher gegenüberliegenden Hochzeitsaufgang erwartete. Zugleich wird der Kirchenbesucher hier im Vorübergehen an seine Taufe erinnert.

Die Taufkapelle hat ihren Platz im Vorraum gefunden, ein kleines Baptisterium, das beherrscht ist von dem mächtigen Taufstein.

Augusto Varnesi hat die Gestaltung vom farbigen Fußboden bis zum Taufstein mit seinem imposanten Deckel und zu dem Gitterwerk am Geländer und den Wandleuchten entworfen.

Gegenüber der gegenstandslosen Ornamentik fällt umso mehr ein erzählendes Element in dieser Taufkapelle auf.

Es verrät die Hand der am Bau beteiligten Glasmaler, der Brüder Rudolf und Otto Linnemann. Es ist Bezug genommen auf den Bericht der Evangelien über die Taufe Jesu. Im Scheitelpunkt der vergoldeten Halbkuppel deutet die Linienführung des Stucks den über Jesus geöffneten Himmel an und im Fensteroval der kleinen Apsis, das von außen ein Gitterwerk mit Kreuz zeigt, ist die Taube des Heiligen Geistes zu sehen, die im Evangelium über dem getauften Jesus erscheint. Es fällt auf, dass auf dem Gitterwerk mehrmals der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets Omega abgebildet ist, ohne dass ihm hier das Alpha entspricht. Es handelt sich ja um eine Taufkapelle, in der sich der Anfang eines Christenlebens ereignet, der zur Vollendung hinführt, zu dem, der Ziel und Ende selber ist: „Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, spricht Gott, der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige“. (Offenbarung 1,8)

Den Rundgang fortsetzen.

LK-Rundgang-Vorraum

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