Lutherkirche Wiesbaden

Die Vorhalle

Dem Hauptportal ist ein Portikus im byzantinischen Stil vorgelagert. Es ist verwunderlich, dass Pützer trotz seiner Ablehnung der historischen Bauweise hier einen historisierenden Bauteil angefügt hat. Im ersten Wettbewerbsentwurf war die Vorhalle noch schlichter gehalten, aber bereits die Bauzeichnung von 1907 hat den Eingangsbereich in der heutigen, reich geschmückten Form. Die Gemeinde wurde durch eine wohlhabende Stifterin in die Lage versetzt, die reiche Ausstattung auch auszuführen. In der heutigen Form ist der Eingang ein Werk des Frankfurter Bildhauers und Medailleurs Augusto Varnesi (1866 – 1941), der auch Professor an der TH Darmstadt war. Vierzehn Stufen führen unter einem Tonnengewölbe zum Portal.

Flankiert wird der Aufgang von Galerien mit byzantinischen Säulen, die sich von dem Goldhintergrund aus Mosaiksteinen abheben.

Das Gewölbe ist mit der Mosaik-Darstellung des gestirnten Himmels geschmückt.

Das Gewölbe ist mit der Mosaik-Darstellung des gestirnten Himmels geschmückt.

Reicher noch als die Eingangsarkade ist das Tympanon über dem Portal mit drei Bögen schöner Steinmetzarbeiten verziert. Das Tympanon wird ausgefüllt von einem Mosaik, das eine Crux Gemmata, ein mit Edelsteinen geschmücktes Kreuz, darstellt. Durch Sonne und Mond, die die griechischen Buchstaben Alpha und Omega zeigen, ist der Goldhintergrund als der Himmel bezeichnet. Eine Andeutung der irdischen Landschaft am unteren Rand lässt die Anspielung auf das Abschiedswort Christi erkennen: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden“.

Der überlieferte Bildtypus hat auf dem Mosaik der Lutherkirche eine der ev. Tradition angemessene Deutung erhalten durch zwei Zitate aus dem Luther-Lied: „Ein feste Burg ist unser Gott“ und „Das Wort sie sollen lassen stahn“. Das Hauptportal ist eine zweiflügelige Bronzetür, die nach dem Entwurf von Augusto Varnesi gefertigt wurde.

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